Du glaubst noch an Gott?! – Ein Resümee

Auf in die letzte Themenwoche „Diskriminierung auf Grund des Glaubens“, die ich mit einem Resümee beginne.

Ende Mai fand der Aktionstag „Du glaubst noch an Gott?!“ im Rahmen von religiös.politisch.aktiv statt, den wir zusammen mit der Nur-Jugend Hannover durchführten. Gemeinsam sprachen wir über Beten, Pilgern und Sexualität und Glaube und konnten so viel über die jeweils andere Religion lernen. Es wurden Gemeinsamkeiten festgestellt, aber auch Diskussionen kamen in Gang.

Gerade im Themenfeld Sexualität und Glaube wurde stark diskutiert, da die Unterschiede zwischen meiner Ansicht und der Werthaltung vieler muslimischer Glaubensangehörigen schon groß sind. Kein körperlicher Kontakt in jeglicher Hinsicht vor der Ehe und Homosexualität wird vom Koran scheinbar abgelehnt. Aber genau bei diesen Punkten findet man teilweise auch Gemeinsamkeiten zur reinen katholischen Glaubenslehre. Wir im BDKJ , als katholischer Jugendverband, fordern jedoch die Ehe für alle und setzen uns damit darüber hinweg. Aus muslimischer Sicht wäre dies undenkbar, jedoch war genau dieser  Austausch der Sichtweisen  eine Bereicherung. Die muslimischen PartnerInnen konnten unsere Argumente verstehen, denn schließlich ist ihnen dies durch den Alltag nicht fremd.

Schließlich gibt es auch Gemeinsamkeiten, wie zum Beispiel beim Thema Beten. Beide Religionen haben besondere Haltungen, die die Gläubigen beim Beten eingehen, zum Beispiel Stehen und Knien. Des Weiteren wird bei beiden das Gebet als Ruhepunkt im schnelllebigen Alltag gesehen. Auch die Inhalte und der Grund des Glaubens ist eine Gemeinsamkeit. Beide Religionen stehen für Frieden und Gemeinschaft und sehen dies als Mittelpunkt ihrer Religion.

Es war wirklich ein sehr interessanter Tag mit vielen Gesprächen, Diskussionen und interessantem Austausch. Wenn man diesen Dialog sucht, kann man andere Religionen besser verstehen und Glaubensdiskriminierung  abwenden.

Guerillia Aktion zum Thema Sexismus in Hannover

Am Freitagnachmittag starteten wir zu dritt mit einem Bollerwagen und dem bunten Beat-Herz in Richtung Hannovers Innenstadt. Auf dem Weg drückten wir den Menschen kleine Zettelchen mit sexistischen Frauen- und Männerwitzen und dem Satz „Wo hört der Spaß auf?“ drauf in die Hand. Viele Menschen waren zuerst verwirrt oder wussten nicht, was sie damit anfangen sollten, mit anderen kamen wir ins Gespräch und hörten unterstützende Worte. Aber auch Anfeindungen mussten wir Stand halten. Dies war eine Erfahrung, von der wir wussten, dass es wahrscheinlich passieren wird, aber als es dann so war, reagierte man dann doch anders, als geplant. Schnell merkten wir das eine konstruktive Diskussion nicht möglich war und versuchten das Gespräch schnellstmöglich zu beenden.

Insgesamt hat die Aktion dennoch Spaß gemacht und wir hoffen, dass manche, die den einen oder anderen Witz gelesen haben, etwas darüber nachgedacht haben.

 

Sexismus in unseren Köpfen

Jeder kennt doch die Aussage „Ich brauch mal zwei starke Männer, die die Tische schleppen!“ oder die Situation, dass dann doch nur Frauen in der Küche nach einer Grillparty stehen und abwaschen, weil sie es ja „viel besser können“ und die Männer noch dasitzen und Bier trinken.

Auf den ersten Blick alles alltägliche Situationen und eigentlich auch „normal“. Doch Aussagen, wie diese, sind wohlmeinender Sexismus. Die Person, die die Aussage tätigt, möchte einen damit nicht beleidigen oder anderweitig verletzen.
Es ist immer noch ein Rollenbild, welches wir von Kindesbeinen an, anerzogen bekommen und damit leben. Und das, obwohl Männer genauso gut abwaschen, Kinder versorgen oder schlecht einparken können und Frauen auch Tische tragen, Handwerken oder gut Fußball spielen können.

Und manchmal geht einem dieses Klischee auf die Nerven. Immer wieder hört man altbewerte „Witze“ oder Floskeln, die schon längst nicht mehr witzig sind und einen dann doch irgendwie kränken und am Selbstbewusstsein kratzen. Wir leben in einer Gesellschaft die, uns scheint, emanzipiert ist. Doch schaut man genauer hin, ist noch viel zu tun. Das fängt mit dem Rollendenken im Kopf an und hört bei ungleicher Bezahlung auf.

In einer Zeit, in der Parteien, die ein traditionelles Familienbild propagieren, welches Frauen als Mutter und Hausfrau sehen und Männer als Versorger, immer mehr Zulauf bekommen, müssen wir uns für ein Aufbrechen der Rollenbilder einsetzen und klar positionieren.

Auf in laute Zeichen für bunte Zeiten!

Zukunftszeit und bunte Tüten – Georgsmesse der DPSG DV Hildesheim

      

Auch auf der Georgsmesse der DPSG waren wir vertreten.
Mit „The Privilege“ wiesen wir drauf hin, wie schnell und oftmals für uns unbewusst eine Person in unserer Gesellschaft Diskriminierung erfährt. Die Materialen dazu findet ihr hier.
Mit bunten Tüten versüßten wir den Pfadfinden den Nachmittag und machten auf Zukunftszeit aufmerksam, denn nur gemeinsam können wir uns für ein buntes Land einsetzen und gegen die Drachen unserer Zeit kämpfen – unter diesem Thema stand die Georgsmesse 2017.

Wölflingsstunde mit „Laute Zeichen für bunte Zeiten“

Im Rahmen von Laute Zeichen für bunte Zeiten habe ich zusammen mit Lisa eine Wölflingsstunde bei der DPSG Lehrte gestaltet. Zusammen begrüßten wir uns wie es in Nigeria, Syrien, Indien und anderen Ländern üblich ist und lernten uns kennen. Danach füllten wir unsere Rucksäcke mit Dingen, die uns wichtig waren, aber auch Sachen, die auf einer Flucht nützlich sein könnten. Unter diesem Thema stand nämlich die Gruppenstunde. Die Achtjährigen sollten sich in die Lage versetzten, wie es ist in fünfzehn Minuten das Haus für immer zu verlassen und zu flüchten.  Zusammen hatten wir sehr viel Spaß und die Wölflinge haben viel über das Thema Flucht gelernt.
Die Methoden sind aus der Zukunftszeit Arbeitshilfe und hier zu finden.

Einsatz für Menschen – Flux Hildesheim

Am Dienstag besuchten Doro, Thomas und ich die Flüchtlingshilfe Flux in Hildesheim. Flux ist eine ökumenische Initiative, die sich um Geflüchtete kümmert. Sie bieten Deutschunterricht, ein Nähcafe, das Fluxcafe, welches zum Austausch mit HildesheimerInnen animiert, eine Kinderbetreuung während die Mütter Deutsch lernen sowie etliche weitere Unterstützung im Alltag an. Im Vordergrund der Initiative steht die Integration, was bei unserem Gespräch immer wieder betont wurde. Deswegen liegt den Ehrenamtlichen der Deutschunterricht besonders am Herzen, aber auch der Kontakt mit Einheimischen, denn nur bei aktiver Anwendung kann die Sprache schnell gelernt werden. Um den Geflüchteten die bestmöglichen Chancen zur Integration zu bieten, gibt es Patenschaften. Hier unterstützen HildesheimerInnen Geflüchtete im Alltag.

Uns wurde berichtet, dass viele Geflüchtete nur mit einer Tasche angekommen sind, in dem all ihr Hab und Gut drin war. Flux unterstützte hier anfangs mit einer Kleiderkammer, mit dem das Projekt unter anderem startete. Das Gebäude, in dem Flux untergebracht ist, ist gleichzeitig auch ein Wohnhaus, in dem viele der Geflüchteten in kleinen Zimmern oft zu sechst wohnen.
Die Ehrenamtlichen unterstützen hier bei der Wohnungssuche, was aber auch nicht immer leicht ist, da viele Vorurteile bei Maklern und Vermietern herrschen.  Doch warum herrschen diese Vorurteile? Es wird gesagt „Wir nehmen lieber Direktzahler.“ Aber warum? Was ist daran sicherer?  Es gibt nichts Sicheres, als dass das Geld direkt vom Staat an den Mieter gezahlt wird. Oft wollen die Vermieter es „den Nachbarn nicht zumuten.“. Was ist das bitte für eine Zumutung, wenn man mit Menschen in einem Mehrparteienhaus lebt? Sie sollen sich ja kein Bett mit denen teilen, sondern wohnen einfach nur in einer Wohnung des Hauses. – Dies sind alles Fragen, die ich mir stelle. Welche Vorurteile herrschen in den Köpfen der Menschen? Warum diese Feindlichkeit gegenüber Menschen, die ihr ganzes Leben zurückgelassen haben, um in Sicherheit zu leben?

Man sollte erst mal den Menschen und seine Geschichte kennenlernen, anstatt pauschal darüber zu urteilen. Tut auch ihr das und setzt somit laute Zeichen für bunte Zeiten!

 

Darf ich als KatholikIN die AfD wählen?

Diese Frage habe ich mir schon öfter gestellt und fühle ihr heute auf den Zahn.
Die AfD selber behauptet von sich, dass Christen sie wählen dürfen. Unter anderem führen sie die Familienpolitik als Schnittmenge an, in der sie sich auf die Meinung des Vatikans beziehen, der sich gegen Abtreibung und vollständige Gleichstellung Homosexueller ausspricht.

Doch vertrete ich selber diese Meinung?

Zunächst bin ich, wie auch der BDKJ Hildesheim, für die Selbstbestimmung und Gleichberechtigung aller Menschen und somit nicht derselben Meinung wie der Vatikan.
Angebliche Gemeinsamkeiten dürfen meiner Meinung nach aber ganz allgemein nicht in den Vordergrund gestellt werden, denn es gibt genügend weitere Gründe weswegen ich als KatholikIn nicht die AfD wählen kann.
Die AfD verletzt u.a. das Grundrecht Religionsfreiheit, da sie sich klar islamfeindlich äußert, wie zum Beispiel das Tragen eines Kopftuches als Integrationsverweigerung angesehen wird (hier).

Vor allem aber pauschalisiert die AfD sowie auch andere rechtspopulistische Parteien. Es wird immer von „den Muslimen“, „die Flüchtlinge“ und „den Ausländern“ gesprochen. Solchen verallgemeinernden Aussagen darf kein Glaube geschenkt werden. Als ChristInnen stehen wir für Nächstenliebe und Offenheit. Gruppen gegeneinander auszuspielen und sogenannte Sorge als Synonym für Hass und Feindseligkeit zu nutzen, verurteile ich.

In einem Staat, der für Einigkeit, Recht und Freiheit steht, sollte gleiches Recht für alle gelten und nicht für eine exklusive Gruppe. Wenn Menschen nur wegen ihrer Glaubenszugehörigkeit, ihrer Meinung, ihres Aussehens, Herkunft oder sexuellen Orientierung diskriminiert und deren Freiheiten eingeschränkt werden, müssen wir als ChristInnen für unsere menschenverbindenden Werte einstehen und aus unserem Glaube heraus aktiv werden.

Also:
Als Katholik kann ich die AfD und andere rechtspopulistischen Parteien ganz klar NICHT wählen. Eine Politik, die Grundrechte verletzt und Fremdenfeindlichkeit propagiert ist als KatholikIn nicht unterstützbar.

Setze laute Zeichen für bunte Zeiten – gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und für Vielfalt!

Material
David Ehl – Ist die AfD für Christen wählbar?
Freisprecher- Ist es unchristlich, die AfD zu wählen?
Christian Olding – Klartext zur AfD
Andreas Püttmann im Gespräch mit Philipp Gessler – „Als Christ kann man diese Partei nicht mehr wählen“

 

 

 

Die KSJ ist BUNT!

Die Stadtgruppe Hildesheim feierte ihr zehnjähriges Jubiläum und in diesem Rahmen fand eine „Laute Zeichen für bunte Zeiten“ -Fotoaktion statt. Mit oder ohne Verkleidung wurden zahlreiche Fotos mit Statements für Vielfalt und gegen Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gemacht. Doch seht selbst, wie bunt die KSJ ist!

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Unser Herz schlägt bunt!

Der Auftakt der bundesweiten Aktion „Zukunftszeit“ des Bundes deutscher katholischer Jugend am vergangenen Freitag wurde im Diözesanverband Hildesheim besonders gestartet. Jeder Verband drehte ein kleines Video zum Thema „unser Herz schlägt bunt“. So auch die KSJ, dessen Video mit vielen Herzen und Luftballons geschmückt ist. Es wird ein klares Zeichen für Vielfalt und gegen Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gestezt. Doch seht selbst!